Die Flutkatastrophe von November 2025

Sri Lanka wurde Ende November von der schlimmsten Naturkatastrophe seit dem Tsunami 2004 heimgesucht. Ein Cyclon und nicht enden wollende Niederschläge von zum Teil mehr als 300 mm/qm haben das Land verwüstet, mehr als 630 Tote gefordert, über 200 Leute werden immer noch vermisst, mehr als 40 Brücken wurden zerstört, Straßen, Gleise und mehr als 86.000 Häuser stark beschädigt, 5.000 komplett vernichtet, etwa 2,3 Millionen Menschen sind unmittelbar betroffen. Die Zerstörungen der Infrastruktur und der Wohngebiete waren immens. Internationale Hilfe läuft. Die Schäden an der Infrastruktur sind größer als die, die der Tsunami angerichtet hatte. Dennoch kann schon heute wieder alles besucht werden.

Was bedeutet dies für Reisende?

In einer wirklich bewunderswerten Geschwindigkeit gingen die Aufräumarbeiten voran. Vordringlich wurden die Straßen und Sehenswürdigkeiten für Touristen wieder zugänglich gemacht, denn was das geplagte Land nun am wenigsten gebrauchen kann, sind Stornierungen frustrierter Reisender in der Hochsaison.

Alle Nationalparks und auch die großen Sehenswürdigkeiten operieren wieder normal. Die Situation ändert sich täglich zum Besseren. Auch nach Ella und Nuwara Eliya, den hauptbetroffenen Gebieten, kommt man – ggf. auf Umwegen- wieder. Aber natürlich sind zerstörte Straßen noch nicht zweispurig und geteert wieder hergestellt, sondern nur geräumt oder einspurig befahrbar. Dh Fahrzeiten werden sich verlängern. Von Wanderungen in den völlig aufgeweichten Regionen würde ich Abstand nehmen. Riskiert nicht, dass Ihr in Gefahr geratet, zumal weitere, „normale“ Monsunregenfälle erwartet werden. Für die meisten Zonen im Hochland, die zwar wieder erreichbar sind, gelten nach wie vor Erdrutschwarnungen.

Nuwara Eliya und Ella waren die am härtesten betroffenen Regionen, das sieht man eben auch bei der Fahrt dorthin. Die Züge im Hochland fahren derzeit noch nicht wieder normal, da die Gleise unterspült wurden. Zwischen Ambewala und Badulla funktioniert ein eingeschränkter Zugverkehr wieder.

Die Zugstrecke von Kandy ins Hochland wird wohl noch das gesamte Jahr über nicht funktionieren.

Die Züge entlang der Westküste operieren normal und diese Fahrt ist eine Alternative zu der beliebten Strecke im Hochland (Ella>< Nuwara Eliya), vor allem ist sie auch nicht so überfüllt und wunderschön, am Meer entlang. Achtung, bei erneuten Regenfällen kann dies von einem Tag auf den anderen wieder ändern.

Hier kann man den Zustand der Straßen ansehen: https://road-lk.org

Hier kann man sehen, welche Zugverbindungen gehen: https://www.railway.gov.lk/web/index.php?option=com_content&view=article&id=917&Itemid=217&lang=en

Bitte folgendes berücksichtigen:

  • wählt Hotels, die man bis zuletzt stornieren kann, falls ihr Routen ändern müsst
  • erkundigt Euch, ob die bereits gebuchten Hotels evtl betroffen sind
  • Euer guide ist über die aktuelle Situation stets informiert, bitte befolgt daher dessen etwaige Warnungen/Ratschläge zu Umbuchungen
  • nehmt im Hochland keine abgelegenen Hotels
  • die beliebte Zugstrecke Kandy-Nuwara Eliya-Ella wird über Monate hinweg nicht voll in Betrieb sein, Ambewela>< Badulla funktioniert eingeschränkt, aber mit ständig wechselndem Fahrplan s. unten, ohne Gewähr!!)
  • Bedenkt auch, dass durch die Erdrutsche viel der landschaftlichen Highlights so einfach nicht mehr da sind, sondern ihr durch verwüstetes Gebiet fahrt
  • macht Euch bereit, dass ggf. Umwege mit Eurem Auto/Guide gefahren werden müssen und die Fahrzeiten länger dauern werden
  • kalkuliert gestiegene Preise für Essen ein, da die zahllose Felder unter Wasser stehen
  • fragt Eure Driverguides ggf nach alternativen Aktivitäten/Besichtigungen, wenn geplante noch nicht begehbar sind
  • tut Gutes auf der Insel, wo immer möglich
  • bringt Kleiderspenden mit (gut erhaltene Klamotten für Kinder, Frauen, Männer), Spielsachen, Seife u.ä. für den täglichen Bedarf und gebt es Eurem guide, der es dort abgeben wird, wo es nötig gebraucht wird
  • seid vorsichtig mit den Resten von Flutwasser in Pfützen etc, nicht hineintreten, es können sich Krankheitserreger darin befinden
  • Mosquitoschutz ist nun wichtiger denn je

Wo kann ich Spenden?

Nuga und unser Team sind seit Tagen dabei, mit unseren Wagen Hilfsgüter zu kaufen und dorthin zu bringen, wo sie benötigt werden. Wir hatten Glück: alle unsere Autos, unsere Fahrer und deren Familien blieben ungeschädigt, um so mehr möchten sie nun Menschen helfen, die alles verloren haben. Jeder kennt Familien, deren Hab und Gut unter Schlamm liegt oder Kinder, die die Eltern verloren oder Eltern, die ihre Kinder nicht retten konnten. Nun werden Mineralwasser, Grundnahrungsmittel, Hygieneartikel und Kochutensilien, Desinfektionsmittel, Besen und Gerät zum Reinigen, Matratzen dringend benötigt. Wo unsere VANs nicht hinkommen, da übergeben wir an die Jeep- und Traktorfahrer, mit denen wir eng kooperieren. Nugas Haus wurde zur Pack- und Verteilstation.

Wer hier direkt zuspenden möchte, kann sich an Marion wenden. Die Fotos unten zeigen, was direkt am Tag, nachdem das Geld bei Marion eingegangen ist, von Nuga und unserem Team damit getan wurde: direkter und unbürokratischer geht es kaum.

An dieser Stelle gilt unser aller herzlicher Dank an unsere Kunden, deren Spendenbereitschaft einfach alle Erwartungen übertrifft!!!

Ansonsten:

Etliche Hilfsorganisationen haben auf ihren Seiten bereits Hilfe für die derzeitigen Flutopfer angekündigt.